LED-Lampen - Warum Lumen nicht gleich Lumen ist
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LED-Lampen - Warum Lumen nicht gleich Lumen ist


Früher war es einfach, eine 60-Watt Glühbirne hatte eine bestimmte Helligkeit, das wusste man aus Erfahrung. Heute ist es schwieriger, Sparlampen, LED Leuchten, bei allen gibt es Watt Angaben, die aber nicht mehr vergleichbar sind. Deshalb gibt es die deutlich genauere Angabe der Helligkeit in Lumen. Allerdings haben wir damit noch keine wirkliche Erfahrung, deshalb lässt sich diese Angabe für uns nur schwer einordnen. Dazu kommt noch, dass die Lumen Angabe bei Lampen nicht immer vergleichbar ist.

Die Lumen Angaben von LED Lampen sollte man immer hinterfragen. Die Herstellerangaben die Helligkeit betreffend sind nicht immer zutreffend. Warum das so ist erfahren Sie hier.

Die EG-Verordnung 244/2009 gibt vor, dass bei jedem rund strahlenden Haushalts-Leuchtmittel der Lichtstrom in Lumen angegeben werden muss. Diese Regelung dient dem Zweck die herkömmlichen Glühlampen in Ihrer Leuchtkraft mit den LEDs vergleichen zu können. Leider sagt diese Regelung wenig über die Leuchtkraft und den Einsatzbereich von LED-Lampen aus. Die Lumen-Angabe beachtet die vom Abstrahlwinkel abhängige Lichtstärke in "Candela" oder "cd" ausgedrückt nicht und benachteiligt LEDs die warme Lichtfarben ausstrahlen.

Viele Hersteller werben mit dem sog. Brutto Lumen Wert, das ist der Wert, den der LED Chip erreichen kann. Diese sind aber bei einer LED Leuchte oder LED Lampe unweigerlich hinter einem Glas, einer Abdeckung, ihrem Diffusor oder einer Linse positioniert und liefert in Folge dieser Tatsache ganz andere Netto Lumenwerte als angegeben. Wie viel Helligkeit liefert eine (LED-)Lampe oder Leuchte eigentlich insgesamt? Leider ist der nach einer physikalischen Einheit klingende Wert, in Realität nur ein virtueller Durchschnittswert , der die subjektive Wahrnehmung des Lichts definiert.

DIe aktuelle EU-Richtlinie teilt Glühlampen und auch Leuchtstofflampen mit und ohne integriertem VSG in Energieeffizienzklassen ein. An diese Effizienzklassen gewöhnt versucht man dem Verbraucher eine ähnliche Einteilung zu bieten. Ausgeschlossen von dieser Einteilung sind u.a. Lichtquellen mit mehr als 6500 Lumen Lichtstrom wie 300 Watt Halogen oder 70 Watt bei Leuchtstofflampen.

Wenn es möglich ist, den Lichtstrom von LED-Lampen zu definieren, hat man als Verbraucher schon mehr Durchblick. Dann weiß man natürlich, wie viel Licht vom menschlichen Auge wahrgenommen wird. Dieser Wert wird an unserer "Sehkurve" orientiert in einer "Ulbricht-Kugel".

Überdurchschnittlich schneiden Leuchtmittel mit viel Power im grünen Spektralbereich ab. Das ist die Farbe, die vom menschlichen Auge als am hellsten wahrgenommen wird und deshalbliefert sie hohe Lumen-Werte. Augenfreundlich werden diese Lampen nicht empfunden. Diese Tatsache spielt bei der Lichtstrom-Messung nicht beachtet. Billige grüne "High Power"-LEDs mit einem Watt zeigen ohne Schwierigkeiten 70 Lumen, im Vergleich zeigt eine ebenso starke blaue LED wenige 22 Lumen. Traditionelle Glühlampen decken de gesamten Spektralbereich gleichmäßig ab, LED-Lampen hingegen haben mehr oder weniger starke Spitzen in verschiedenen Wellenlängen.

Es kann sein, dass ein "Retrofit"-Glühlampenersatz, eine meist sehr teure hochwertige LED-Lampe beim Lichtstrom-Test nicht so gut abschneidet als billig LED Lampen mit der gleichen Wattzahl. Die Billig-Birne kommt mit einer sehr inhomogenen Spektralverteilung und Grün-Gelb-Überbetonung bis auf einen hohen Lumen-Wert. LED-Lampen mit einem warmen, rötlichen Ton sind im Ergebnis bei der Lichtstrom-Messung benachteiligt. Diese LED Lampen werden allerdings als angenehmer empfunden.

Wie Sie sehen erfordert es sich nicht nur auf die Angaben zu verlassen, sondern durchaus wählerisch zu sein und auf Qualität zu achten.